BUND Ortsverband Ladenburg

Projekt "Lebensturm für Ladenburg"

Hotspot der Artenvielfalt und Trittbrett für die Biodiversität

Das Etagenkonzept des Lebensturms - jede Ebene hat seine typischen Bewohner (Grafik: Michael Janke)

Am Freitag, den 15.09.2023 war es endlich soweit. Nach knapp 8 Wochen der Vorbereitung, erfolgte der Spatenstich zum Bau eines Lebensturms. Streng genommen war dieser dann aber ein Bagger-Stich. Per Hand wäre es nämlich unmöglich gewesen, in dem äußerst lehmigen und verdichteten Boden auf dem Gelände der Bacherlebnisstation, einen Kubikmeter Erde auszuheben. Der städtische Bauhof griff uns hierbei hilfreich unter die Arme.

Was ist ein Lebensturm?

Auf Erkundungstour: Michael Janke, der Initiator des Projekts, besucht einen Lebensturm in der Süd-Pfalz. So groß soll der in Ladenburg zwar nicht werden, aber als Anschauungsobjekt lieferte dieser im Vorfeld viele wichtige Informationen. (Foto: Michael Janke)

Ein Lebensturm ist ein Wohnort für viele verschiedene Tierarten auf nur einem Quadratmeter Grundfläche. Vornehmlich für Insekten, Käfer und Reptilien. Aber auch Kleintiere wie Vögel, Siebenschläfer und Fledermäuse können hier einziehen.

Wie in einem Hochhaus für Tiere, finden die Nützlinge auf mehreren Etagen ein geschütztes Zuhause, Unterschlupf, Nahrung und Überwinterungsmöglichkeit. Jedes Stockwerk ist mit Naturmaterialien ausgestattet, welche die einzelnen Spezies für ihre Bedürfnisse benötigen. Dazu gehören Äste, Zweige und Reisig genauso wie Schilfgras und Bambusrohr, Laub, Stroh und Heu.

Ergänzt werden diese Lebensutensilien durch separat angefertigte „Wohnraumelemente“ wie z.B. Insektenhotels, Hummel- und Florfliegenmodule, Vogel -und Fledermauskästen. Das Keller- und Erdgeschoss besteht aus ortstypischen Natursteinen, die insbesondere Reptilien und Kleinsäugern Lebensraum bieten.

Was wollen wir mit dem Lebensturm?

1. Naturschutz

So ein Lebensturm ist eine Naturschutzmaßnahme par excellence. Zwar klein, aber fein.

Auf gerade mal 1,5 m² Grundfläche bietet der Turm einen Lebensraum für viele verschiedene - vornehmlich schützenswerte - Tiearten. In einer zunehmend versiegelten und von Monokulturen geprägten Landschaft, wirkt so ein Turm, wie "geplanter Wohnungsbau" für die lokale Fauna.

2. Umweltschutz

Aufmerksam machen und Bewusstsein schaffen

Hier ein Lebensturm, der in der Nähe von Bernkastel-Wehlen an der Mosel steht. (Quelle: https://www.weinland-mosel.de/de/aktuelles/show/lebensturm-erlebnisse-im-bild-festhalten)

Ein Lebensturm in der Landschaft ist auffällig wie ein Leuchtturm am Strand. Ein wahrer Hingucker, der einen neugierig macht und magisch anzieht, um sich dieses Oblejkt aus der Nähe zu betrachten. Vor Ort angekommen, erfährt man über Informationstafeln jede Menge Wissenswertes zum Objekt.

Beides zusammen - Objekt und Informationen - soll sowohl informieren als auch inspirieren, nachdenklich stimmen und zum Nachdenken anregen. Sich Gedanken zu machen, über Natur und Umwelt, deren Zustand und deren Perspektive. Und wie man selbst dazu steht, sich in beidem selbst bewegt und sich zu ihnen verhält. In der Hoffnung, dass daraus ein Verhalten erwächst, welches Natur und Umwelt Freude macht.

3. Umweltbildung

Bei den Kleinsten fängt es an

Lernen am Lebenden, so die Devise.

Mit dem Lebensturm sollen auch pädagogische Potenziale gehoben werden. Für Kindergärten und Schulen ist ein Lebensturm ein außerordentlich wertvolles Anschauungsobjekt, an dem Kinder und Schüler biologischen und ökologischen Fragestellungen nachgehen können. Direkt vor Ort und am Lebenden. Hier lässt sich unglaublich viel erfahren, erleben und erforschen.

Die Ideen hierfür stammen zu großen Teilenm von unserem Arbeitskreis-Mitglied Ulli Weisbrodt, Biologielehrer am Mannheimer Ludwig-Frank-Gymnasium. Dort ist er Mitbegründer der preisgekrönten „Entdeckerschule“, einem innovativen und wegweisenden Konzept, welches aktuelle Problemthemen projektorientiert und fächervernetzend in den Unterricht integriert. Wie z.B. Klimawandel und Biodiversität. 

Ansprechpartner

Michael Janke


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Der Lebensturm wird überdacht